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Naziangriffe auf Linke Projekte – Eine Übersicht

In den letzten Tagen kam es zu einer Reihe von Angriffen auf linke Projekte, Cafés, Wohnhäuser vermeintlicher Antifaschist_innen und Parteibüros von Parteien, die sich gegen die extreme Rechte engagieren. Die Angriffe ereigneten sich in Neukölln, Kreuzberg, Reinickendorf und im Prenzlauer Berg.

An vielen Tatorten wurden (extrem) rechte Schriftzüge, sowie die Internetadresse des NW-Berlins (Nationaler Widerstand Berlin) oder der Gruppenname „ANB“, welcher für „Autonome Nationalisten Berlin“ steht, hinterlassen.
Wie die Polizei in einer Pressemeldung am Mittwoch mitteilte, gab es seit dem vergangenen Wochenende 19 dokumentierte extrem rechte Schriftzüge in den genannten Bezirken.

Über die Täter_innen kann nur spekuliert werden, als einer der Täter_innen kommt laut Tagesspiegel der 23-jährige Neonazi Julian Beyer in Verdacht, dessen Wohnung schon im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen des Brandanschlags auf das „Haus der Demokratie“ in Zossen durchsucht wurde.
Weitere Informationen zu Beyer und der Neonaziszene in Neukölln gibt es in der Broschüre „Antifa Informationen Zu neonazistischen Aktivitäten in Berlin Neukölln“, welche es auch als PDF gibt.
Einen Artikel über die Angriffe und Julian Beyer gibt es auch bei „Analyse, Kritik & Aktion

Kreuzberg
In der Nacht von Montag auf Dienstag (08.03.2010/09.03.2010) wurden in Kreuzberg in der Orianenstraße im vegan-vegetarischen Café „Tante Horst“ 2 Scheiben eingeworfen, im in der gleichen Straße befindlichen „Antiquariat“ wurde ebenfalls eine Scheibe eingeworfen. Außerdem wurden das Schloss des Antifa-Shops „Red Stuff“ in der Waldemarstraße zugeklebt und die Hausfassade der Obdachlosenzeitung „Querkopf“ in der Blücherstraße besprüht (Foto links).

Neukölln
In der selben Nacht wurden in Neukölln zum wiederholten Male die Scheiben der Chile-Freundschaftsgesellschaft „Salvador Allende“ e.V. in der Jonasstraße eingeschlagen, die Rollläden des Projektraums „ORi“ in der Fridelstraße wurden mit dem Schriftzug „C4 for Reds“ sowie 2 Keltenkreuzen beschmiert (Foto links).

Außerdem wurden das Schloss des Projektraums „Friedel54“, welche sich in der gleichen Straße befindet, wurden zugeklebt, die Wohnungstür sowie das Wohnhaus eines bekannten Antifaschisten in der Reuterstraße wurden beschmiert. (Foto rechts)

Prenzlauer Berg und Reinickendorf
Ebenfalls in der Nacht von Montag auf Dienstag wurden im Prenzlauer Berg in der Kastanienallee die Scheiben des Buchladens „Schwarze Risse“ zerstört. In Reinickendorf wurden in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch in der Schloßstraße 4 Scheiben des Parteibüros der Partei „Die Linke“ mit Pflastersteinen eingeworfen.


Reaktionen
Wie wir schon berichtet haben, findet am 20.03 in Neukölln „Der lange Tag gegen Nazis“ statt, wir möchten hier noch einmal dazu aufrufen, diesen zu unterstützen, sich mit den Betroffen Projekten und Personen zu solidarisieren und entschlossen auf diese Angriffe zu reagieren!

Termine // Infoflyer // Vorstellungstext der Kampagne // Chronik Neukölln

Betroffene sollten sich bei ReachOut melden!

Stand: 11.03.2010, 15:30