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2008

Januar

Am 07.01 und 08.01 wurden an zwei jüdischen Einrichtungen in Westend und Prenzlauer Berg Sachbeschädigungen festgestellt. Am Mittag des 07.01 gegen 12:45 Uhr wurden Beschädigungen an einem Fenster eines zurzeit leerstehenden Gebäudes in der Straße Am Rupenhorn festgestellt. Unbekannte haben – vermutlich mit einer Luftdruckpistole auf das Fenster geschossen. Die äußere Scheibe der Thermoverglasung wies zwei ca. 2 mm große Löcher auf. Unterhalb des Fensters wurde eine kleine Metallkugel mit etwa 5 mm Durchmesser aufgefunden. Am Morgen des 08.01 gegen 7 Uhr entdeckte ein Mitarbeiter des Lapidariums in der Schönhauser Allee, dass Unbekannte einen Kleinpflasterstein durch ein Fenster geworfen hatten.
(Quelle: Pressedienst der Polizei, 09.01.08)

März

Auf einer Demonstration der “Palästinensischen Gemeinde Berlin” und des “Verbandes arabischer Vereine” am 8.03 gegen das Vorgehen des israelischen Militärs im Gaza-Streifen zogen etwa 1.500 DemonstrantInnen, darunter viele Hamas-AnhängerInnen, vom Adenauer-Platz den Ku’damm entlang zum Breitscheitplatz. In Redebeiträgen und Transparenten wurden antisemitische Parolen wie “Tod den Juden” oder “Blutsauger Israel” verbreitet. An der Fasanenstraße mussten aufgeputschte Teilnehmer von der Polizei daran gehindert werden, in Richtung des jüdischen Gemeindezentrums zu stürmen.
(Quelle: haGalil Online, 09.03.08)

Mai

Eine arabisch sprechende Frau wird am 14.05 gegen 15:30 Uhr in der U-Bahnlinie 7 von einem 49-jährigen Mann rassistisch beleidigt. Nachdem die 32-Jährige am U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz aussteigt, folgt ihr der Mann und wirft eine Bierflasche nach ihr, die sie verfehlt. Die Polizei nimmt den Täter auf dem Bahnsteig fest.
(Quelle: Pressemeldung der Polizei)

Juni

Unbekannte haben in der Nacht des 10.06 und 11.06 in der Wilhelmsaue, der Wetzlarer Straße sowie der Homburger Straße in Wilmersdorf insgesamt 29 in Gehwege eingelassene Gedenksteine mit weißer Flüssigkeit beschädigt. Die so genannten „Stolpersteine“ erinnern an verfolgte Familien, die während der Nazi-Zeit dort gewohnt haben. In allen Fällen wurde eine Reinigung veranlasst. Auf dem rechten Infoportal tauchte ein Bekennerschreiben einer „Gruppe junger Deutscher“ auf, die sich zu der Tat bekannte.
(Quelle: Pressedienst der Polizei, 12.06.08; Altermedia am 13.06.08)

Mitte Juni klebten rund um den Amtsgerichtsplatz in Charlottenburg ca. 100 neonazistische Aufkleber. Unter anderem in der Kuno-Fischer Straße und in der Suarezstraße.

August

Beim DFB-Pokalspiel zwischen FC Energie Cottbus und Tennis Borussia Berlin am 09.08 im Charlottenburger Mommsenstadion kam es zu Ausschreitungen, bei denen 15 Polizisten verletzt wurden. Die Anhänger des FC Energie Cottbus warfen Becher und Büchsen und provozierten die gegnerischen Fans mit antisemitischen Gesängen. Augenzeugen zufolge grölten sie “Berlin, Berlin, Juden Berlin”.
(Quelle: Tagesspiegel vom 11.08)

November

In der Nacht des 02.11 wird gegen 00:45 ein 36-jähriger Rabbiner, der mit acht Rabbinerschülern in einem Kleinbus unterwegs ist, von einem mit zwei Personen besetzten Mercedes ausgebremst und durch Rückwärtsfahren genötigt. Die beiden Männer rufen antisemitische Beleidigungen aus dem Fahrzeug und werfen einen brennenden Gegenstand in Richtung des Kleinbusses.
(Quelle: Pressemeldung der Polizei)