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2009

Januar

Am 11. Januar haben bei einem Fußball-Hallenturnier der Berliner Regional- und Oberliga sollen Anhänger des 1. FC Union Berlin wiederholt antisemitische, rassistische und schwulenfeindliche Gesänge und Parolen angestimmt haben. Ziel der verbalen Attacken sei der Fanblock von Tennis Borussia Berlin (TeBe) gewesen, sagte Kevin Kühnert von der TeBe-Fanabteilung am Dienstag. Tennis Borussia, 1902 in Charlottenburg gegründet, gilt als Verein mit jüdischen Wurzeln. Nach Angaben von Kühnert haben die Vertreter des Berliner Fußball-Verbandes und die anwesenden Sicherheitskräfte selbst nach Aufforderungen von Vereinsvertretern anderer Mannschaften auf die Entgleisung der Union-Fans nicht reagiert. Dazu hätten Gesänge wie “Alle Juden sind Schweine” und “Asylanten” gehört. Nach Erkenntnissen der Berliner Polizei hat es jedoch keine antisemitischen Zuschauerrufe gegeben.
(Quelle: Amira)

Am 11. Januar wurde im Anschluss an eine Kundgebung anlässlich des Gaza-Krieges ein 24-jähriger Student, der mit anderen Demonstrant/innen gegen die Angriffe der Hamas protestiert hatte, von jungen Männern beleidigt und bedroht. Nach Angaben des Geschädigten trugen die Angreifer Hamas-Tücher und versuchten ihm am Zoo die israelische Flagge zu entreißen und schubsten und bedrängten ihn. Die 15 bis 20 Angreifer seien dann mit in die U-Bahn gestiegen, hätten antisemitische Parolen gebrüllt und ihn gefragt, ob er „noch ein letztes Mal telefonieren“ wolle. Ein älteres Ehepaar habe ihn dann vor den Angreifern abgeschirmt, so dass er die Polizei anrufen konnte. Die versprach, in Steglitz an der U-Bahn zu sein. Als die Angreifer das mitbekamen, verließen sie an der Berliner Straße die Bahn, nicht ohne ihrem Opfer noch einen Faustschlag ins Gesicht zu versetzen. Die Eheleute fuhren mit nach Steglitz, um als Zeugen auszusagen, aber am Zug war keine Polizei. Als der Student den Vorfall später anzeigte, hieß es, die Polizisten hätten am Ausgang auf ihn gewartet. Der Staatsschutz ermittelt.
(Quelle: Amira)

Februar

Am 04. Februar wird ein dunkelhäutiger Mann angolanischer Herkunft von zwei Männern im Alter von 22 und 43 Jahren am Bahnhof Zoo rassistisch beleidigt, angegriffen und geschlagen. Die Bundespolizei nahm die beiden Männer fest.
(Quelle: ReachOut)

März

Anfang März klebten in der Wundtstraße Ecke Knobelsdorffstraße bis zum „Kreisverkehr“und in der Schlossstraße 40 Aufkleber der NPD und „widerstand.info“. (Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Am 19. März wird eine Frau zwischen 17 und 18 Uhr in der U-Bahnlinie 7 zwischen den Bahnhöfen Siemensdamm und Eisenacher Straße von einem Mann rassistisch beleidigt. Als der Mann versucht, die 54-Jährige zu schlagen, kommt ihr ein anderer Fahrgast zur Hilfe, in dem er sich zwischen die Beiden setzt. Die Frau verlässt am nächsten Bahnhof die U-Bahn und setzt ihre Fahrt später fort.
(Quelle: Polizeibericht)

April

Anfang April klebten rund 10 Aufkleber NPD in der Johann-Sigismund-Straße zwischen der Westfälischen Straße und dem Kurfürstendamm.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Am 05. April werden ein 42-jähriger Mann und sein 38-jähriger Freund gegen 12 Uhr in einem Schnellrestaurant in der Kantstraße von fünf jungen Männern homophob beleidigt. Sie werden geschlagen und getreten und erleiden Verletzungen. Die Täter entkommen unerkannt.
(Quelle: Polizeibericht)

Am 10. April klebten rund 30 Aufkleber der NPD und des „Nationalen Widerstandes Berlin Brandenburg“, sowie des Internet-Versandes „Resistore “ in der Konstanzer Straße zwischen Zähringer Straße und Wittelsbacher Straße, welche vermutlich in der Nacht davor verklebt worden waren.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Am 18. April klebten rund 75-100 Aufkleber der NPD (Berlin), der „Autonome Nationalisten Jerichower Land“, der JN-Bayern und der „Anti-Antifa Nürnberg“ in der Leibnitzstraße zwischen Kantstraße und Sybelstraße, in der Niebuhrstraße bis zur Ecke Niebuhr/Wielandstraße, in der Konstanzer Straße zwischen Düsseldofer Straße und Wittelsbacher Straße und in der Zähringer Straße bis zur Württembergischen Straße. Desweiteren klebten noch am Meyerinkplatz Aufkleber der NPD. Vermutlich wurden diese am Abend zuvor verklebt.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Mai

Am 6. Mai klebten rund 120-150 Aufkleber des NW-Berlin („8.Mai – wir feiern nicht“) und der NPD (diverses),welche scheinbar in der Nacht davor geklebt wurden, in der Konstanzer Straße zwischen Olivaer Platz und U Bhf.- Konstanzer Straße, sowie in den Seitenstraßen, d.h. in der Düsseldorfer Straße, in der Zähringer Straße und der Wittelsbacher Straße jeweils bis zur Brandenburgischen Straße auf der einen und in der Württembergischen Straße auf der anderen Seite, sowie jeweils noch in der Brandenburgischen Straße und der Württembergischen Straße zwischen den Querstraßen Düsseldorfer Straße und Wittelsbacher Straße. Außerdem waren noch 2 Antifa-Plakate mit jeweils einem Din A4 großen Blatt überklebt. Auf dem einen wurde auf „den alliierten Bombenholocaust in Dresden“ hingewiesen, auf dem anderen wurde eine „nationalsozialistische Revolution“ gefordert.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Am Walter-Benjamin Platz klebten am 14. Mai 3 Naziaufkleber, welche vermutliche die Nacht zuvor geklebt worden waren. Einer viel besonders auf, da es sich um einen ca. Din A4 großen Aufkleber der NPD handelte.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Mitte Mai klebten 5 Aufkleber der NPD am Kaiserdamm Ecke Soorstraße.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Juni

Vor der Europawahl am 07. Juni hingen in Kantstraße rund ein halbes Dutzend Wahlplakate der rechten Partei “Deutsche Volksunion” (DVU).

Ende Juni klebten in der Zähringer Straße Ecke Konstanzer Straße 4 Aufkleber „Todesstrafe für Kinderschänder“ sowie ein Aufkleber der NPD. Des weiteren klebten rechte Aufkleber zwischen den beiden Ausgängen des U-Bahnhofs Konstanzer Straße in der Brandenburgischen Straße und in der Zähringer Straße zwischen Konstanzer Straße und Brandenburgischen Straße und in der Wittelsbacher Straße zwischen Brandenburgischer Straße und Konstanzer Straße.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Juli

Anfang Juli wurden Hakenkreuz-Schmierereien auf einem BVG-Fahrkartenautomat im U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße entdeckt. Außerdem waren auf einer Bank, gegenüber des Eingangs zum S-Bahnhof Charlottenburg, Hakenkreuze gemalt.
0(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Hakenkreuzschmierereien

Am 21. Juli klebten in der Konstanzer Straße zwischen U-Bahnhof und Wittelsbacher Straße, sowie in der Seitenstraße Wittelsbacher Straße bis zur Bayerischen Straße und am Emser Platz rund 20 Aufkleber der NPD („Hier für Deutschland“ und „Inländer freundlich“) , welche vermutlich in der Nacht zuvor geklebt worden waren.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

August

Mitte August, vermutlich vor dem 17. wurden in der Konstanzer Straße, in der Zähringer Straße, in der Bayerischen Straße, in der Brandenburgischen Straße und in der Duisburger Straße rund 30 „Rudolf Heß“-Gedenkaufkleber der Berliner NPD verklebt.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

September

Am 1. September fand eine Podiumsdiskussion zwischen Thomas Falk (DVU) und Udo Voigt (NPD) im Zuge der „Dienstagsgespräche“ im Ratskeller Schmargendorf statt. Rund 80 Menschen besuchten die Veranstaltung und die Kameradschaft „Frontbann 24″ sorgte für den „Schutz“ der Veranstaltung. Zu Zwischenfällen kam es laut Presseinformationen nicht. (Quelle: NPD-Blog)

„Nachdem sie in der Nacht (09. September) Lokalgäste belästigt und den „Deutschen Gruß“ gezeigt hatte, nahmen Beamte des Polizeiabschnitts 26 eine Frau in Charlottenburg fest. Die 38-Jährige störte kurz vor 1 Uhr andere Besucher der Gaststätte am Savignyplatz. Hierbei erhob sie den rechten gestreckten Arm und äußerte „Heil Hitler“.
(Quelle: Polizeibericht)

Am 11. September waren in der Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße mehre mit Kreide großflächig auf den Boden gemalte Schriftzüge, die den Terroranschlag am 11.09.01 als einen von den USA selbstgemachten Terroranschlag umdeuteten. Außerdem tauchte unter den Schriftzügen die Web-Adresse „Infokrieg.tv“ auf. Der Inhalt der Seite sind strukturell bzw. offen antisemitische oder faschismusrelativierende Verschwörungstheorien.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Am 12.September fand in der Wilmersdorfer Straße zwischen 13:00 und 14:30 ein Wahl-Kampfstand der rechten Partei „die Republikaner“ statt. 4 Republikaner waren anwesend. Zu Protesten kam es nicht.
( Quelle: Bericht von Augenzeug_innen) Infos

Am 26. September klebten am U-Konstanzerstraße auf einem Wahlplakat der Partei „Die Linke“ mehrere NPD-Aufkleber.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)

Oktober

Am 1. Oktober fand ein sogenanntes „Dienstagsgespräch“ im Ratskeller Schmargendorf statt. Referent war „Junge Freiheit“– Autor Iwan Denes. Es waren laut Presseinformationen rund 15 Zuhörer anwesend. Zu Zwischenfällen kam es nicht.
(Quelle: Blick nach Rechts)

Am 3. Oktober fand eine Kundgebung der rechts-konservativen Bürgerbewegung „Pax Europa“ zusammen mit dem rechten Nachrichten-Blog „Pi-News“ auf dem Breitscheidplatz statt. Auch eine Gruppe (unbekannter) Neonazis war anwesend. Zu Zwischenfällen kam es nicht.
(Quelle: Indymedia)

November

Am 2. November waren die Polizisten in ein Einkaufszentrum in der Budapester Straße gerufen worden. Dort trafen sie auf den 24 Jahre alten Mann, der sich über den Sicherheitsdienst des Hauses beschwerte. Er hatte gemeinsam mit seinem 26-jährigen Begleiter dort Alkohol getrunken und war von den Mitarbeitern des Hauses verwiesen worden. Als er der Aufforderung nicht folgte, wollten ihn die Männer am Arm nach draußen führen. Das missfiel dem Rummelsburger. Er schrie auch nach einer Rechtsbelehrung durch die Polizisten umher und flüchtete nach einem „Heil Hiltler“-Ruf mit seinem Bekannten.
Bei dem 24-Jährigen, der wiederholt die festnehmenden Beamten beleidigte und erheblichen Widerstand leistete, wurde außerdem ein Handy gefunden und beschlagnahmt, dessen Display ein Hakenkreuz zeigte.
(Quelle: Polizeibericht)

Am 14. November nahmen Polizeibeamte in Charlottenburg einen alkoholisierten 21-Jährigen in Gewahrsam, nachdem er sich in der Joachimsthaler Straße vor zwei Wachpolizisten gestellt, den rechten Arm zum Deutschen Gruß gehoben und antisemitische Äußerungen gerufen hatte. Der 21-Jährige blieb nach durchgeführter Blutentnahme zum Ausnüchtern im Polizeigewahrsam.
(Quelle: Polizeibericht)

Am 25. November beleidigte ein Mann eine Besuchergruppe vor einem jüdischen Mahnmal am Bahnhof Grunewald in Wilmersdorf. Der 61-jährige zeigte gegen 15 Uhr 30 den gerade vom Ort abfahrenden Besuchern den so genannten „Hitlergruß“ und rief rechtsradikale Parolen..
(Quelle: Polizeibericht)

Dezember

Am 3. Dezember wurde um 7:20 morgens ein Mann am U-Bahnhof Mierendorfplatz dabei beobachtet, wie er mehrmals „Sieg Heil“ rief und sich lautstark antisemitisch äußerte.
(Quelle: Bericht von Augenzeug_innen)